Möchte man innerhalb der empirischen Sozialforschung Daten der Sozialwissenschaften und soziale Tatsachen durch Daten auswerten, dann bietet die Art der qualitativen Inhaltsangabe eine umfangreiche Möglichkeit bei der Wahlforschung, der Marktforschung oder der Sozialpsychologie die erhobenen Daten zu strukturieren und auszuwerten. Bei Interviews erfolgt das in Form von Transkripten, einer Verschriftlichung des gesprochenen Wortes aus Audio- oder Videoaufzeichnungen. Das Ergebnis eines Transkription ist ein Transkript. Bei der Annahme, dass ein Sachverhalt für mehrere Betrachter in der gleichen Weise wahrgenommen wird, spricht man von der Intersubjektivität. Das Gegenteil dazu ist die Objektivität, die auf direkt beweisbaren Fakten beruht.

Vorteile der qualitativen Inhaltsangabe

Die qualitative Inhaltsangabe eines Interviews bietet dem Interviewer die Möglichkeit, die Texte systematisch und überprüfbar zu analysieren. Und das, ohne den Anspruch an die wissenschaftlichen Aspekte der Auswertung aus den Augen zu verlieren. Sie geht nicht auf die zahlenmäßigen Zusammenhänge einer Annahme ein sondern will menschliches Verhalten verstehen und nicht erklären. Diese Betrachtungsweise basiert auf der Tradition der Hermeneutik, das bedeutet, sie bedient sich der Auslegung von Texten im Allgemeinen mit dem verbundenen Problem, dass sich der Mensch eine Interpretation all seiner Gedanken und Sinne wünscht. Das Auslegen von wissenschaftlichen Texten wird auch als Hermeneutik bezeichnet. Laut Immanuel Kant stellt die menschliche Erkenntnisfähigkeit aber keine grenzenlose Ressource dar.

Neben Interviews kann die qualitative Inhaltsanalyse auch bei Untersuchungen von Argumentationsmustern, Literatur, Biographien, in wissenschaftlichen Disziplinen, für Debatten und Zeitdokumenten herangezogen werden. Sie wurde vor allem von Phillip Mayring seit 1980 entwickelt und gehört neben der objektiven Hermeneutik und der „Grounded Theory“ zu den sozialwissenschaftlichen Textanalysemethoden. Die „Grounded Theory“ hat die Ziele bestehende Theorien für menschliches Verhalten, Verhaltensmuster und soziale Prozesse zu modifizieren, oder auszuweiten. Dabei schafft sie erklärende Theorien und untersucht die Interaktion, das Sozialverhalten und die Erfahrungen von Menschen. Philipp A. E. Mayring wurde in 1952 in München geboren und ist Mitbegründer der qualitativen Inhaltsangabe. Er ist besonders im Bereich der Methodenforschung und Curriculum Evaluation forschend tätig.