Die empirische Forschung beinhaltet sowohl die qualitative als auch die quantitative Untersuchungsmethode. Bei der quantitativen Untersuchung steht die Anzahl der Personen im Mittelpunkt. Mit standardisierten Methoden werden möglichst viele Menschen befragt. Sie müssen allerdings ein Raster ähnlich einem Fragebogen ausfüllen und können Ihre Meinungen und Antworten nicht frei formulieren. Bei der qualitativen Methode zur empirischen Forschung werden den ausgewählten Befragten offene Fragen gestellt und diese können frei dazu antworten. Als Methode wird die teilnehmende Beobachtung, das Interview und die Gruppendiskussion angewendet.
Zu Beginn des Forschungsprojektes muss jeder Forscher entscheiden, für welche Forschungsmethode er sich entscheiden möchte. Am Ende ist es stets eine individuelle Entscheidung, die auch davon abhängt mit welcher spezifischen und methodischen Weise der Forscher an seinen Forschungsgegenstand herangehen möchte.

1. Qualitative Forschungsmethode

Die qualitativen Forschungsmethoden haben sich in den letzten Jahren auf Grund unterschiedlicher Zielsetzungen und der Themenvielfalt eine ganze Reihe von Erhebungs- und Auswertungsverfahren gebildet. Interviews, qualitative Beobachtungsmethoden, Einzelfallanalysen und die qualitative Inhaltsangabe gehören dazu. Im Zentrum steht hier der Wunsch, dass die Zielgruppe möglichst viel selbst zu Wort kommt, damit die subjektive Sichtweise erfasst werden kann. Man geht davon aus, dass Menschen sich stets selbst reflektieren können und als Experten für sich selbst verstanden werden sollten. Zwischen den beiden Methoden gibt es eine große Kluft, jedoch sind beide mit Vorteile und Nachteilen behaftet. Die qualitative Methode eignet sich aber vor allem zur Entwicklung neuer Theorien und Modelle. Aber auch die Exploration unbekannter Phänomene fällt unter diese Auswertungsmethode. Grundlegend ist ihr vor allem, dass sie sich für die Auswertung und Analyse von Einzelfällen als auch für die Analyse von Gruppenphänomenen eignet. Nachteilig kann angesehen werden, dass sich das jeweilige Ergebnis der Analyse nicht frei von den Ansichten und Meinungen des Forschers analysieren lässt. Beides nimmt bewusst oder unbewusst Einfluss auf das Auswertungsergebnis. Daher spricht man heute auch von der induktiven Methode oder der analytischen Induktion. Diese Methode wurde bereits in einigen Studien im Bereich der Sozialwissenschaften und der Wirtschaftssoziologie eingesetzt und sorgt dafür, dass die Aussagen in den Analysen für alle Fälle gelten und somit die Annahmen des Forschers aus Meinung und Erfahrung vernachlässigt werden können. Die Methode eignet sich für die Erforschung von Interaktionen, Lebenswelten, Ansichten und Überzeugungen. Sie kann zum Beispiel bei Interviews, einer Gruppendiskussion oder einer Beobachtung angewendet werden.

2. Quantitative Forschungsmethode

Die quantitative Forschungsmethode folgt einem vorab festgelegten Muster, das auf Theorien und Modellen basiert, die bereits zu Prozessbeginn vorlagen. Anhang der Bildung von messbaren Indikatoren werden deduktive Hypothesen abgeleitet, die die Datenerhebung und die Messoperationen bestimmen. Bei der Datenerhebung werden die Messungen an den Probanden vorgenommen, damit der Ausprägungsgrad der vorher festgelegten Indikatoren festgestellt werden kann. Über statistische Verfahren und die Verwendung von Kontrollgruppen werden die Daten ausgewertet. Über eine Signifikanzprüfung (Prüfung auf Signifikanz bedeutet eine Hypothese zu überprüfen. Findet sich keine Signifikanz, dann gilt die Hypothese als unbestätigt)sichert der Forscher die Ergebnisse ab und prüft den gewonnenen Kenntnisstand. Danach werden die Erkenntnisse wieder auf das theoretische Modell bezogen und erneut interpretiert. Der Forscher agiert hier als Außenperspektive und versucht die vorab festgelegten Hypothesen zu bestätigen. Die quantitative Methode beruht auf der Messung und der Erklärung von kausalen Zusammenhängen. Sie eigenen sich zum Beispiel für die Auswertung eines Versuchs, eines Experimentes oder einer Beobachtung. Stichproben werden in Bezug auf die Population verallgemeinert.

Fazit zum Vergleich „Qualitativ oder quantitativ forschen?“:

Vor- und Nachteile sind vom Forscher vor Prozessbeginn der Forschung festzulegen. Abhängig von Forschungsstand fällt bereits eine Methode weg. Die gewählte Methode muss aber immer den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschungsarbeit berücksichtigen. Abhängig vom Forschungsgegenstand lässt sich in aller Regel auch die Auswahl der Forschungsmethode recht leicht treffen.