Im Mittelpunkt eines problemzentrierten Interviews bzw. dieser Interview-Art stehen die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Befragten sowie deren Reflexionen zu einem bestimmten Thema.

Hintergrund Problemzentrierter Interviews

Das problemzentrierte Interview ist eine Erhebungsmethode von nicht standardisierten Daten und die Analyse dieser Daten durch Befragung. Es wurde zunächst als Methode zur Biografieforschung eingesetzt und von Andreas Witzel 1982 das erste Mal dafür verwendet. Mittlerweile wird das im Englischen genannte „problem-centered interview“ aber auch in vielen Bereichen der Sozialforschung eingesetzt. Entgegen der narrativen Interviews, bei denen man die Daten seines Interviewpartners auf eine ganz bestimmt Art und Weise erfragt und auswertet, sind hier keine festen Dimensionen vorgegeben.

Es gibt keine Kategorien oder Themenblöcke, die als Grundlage oder Leitfaden verstanden werden können, sondern lediglich mehrere Leitfragen für den Gesprächspartner. Mit einem hohen Strukturierungsgrad wird diese Art den halbstandardisierten Interviews zugerechnet. Als Ergänzung für die Interviewführung dient ein Kurzfragebogen, der biografische und soziale Hintergründe des Interviewpartners abfragt und ergänzt. Zusammen mit einem Interview Leitfaden und der Postscriptum Nachbearbeitung gelingt es den Gesprächspartner zwar einerseits frei erzählen zu lassen und doch in wesentlichen Punkten an die Ausführungen des Befragten anzuknüpfen. Für den Gesprächsführer ist es wichtig, sich auf die problemzentrierte Gesprächsführung zu konzentrieren.